Thelin'S Curse
Geschrieben von: Thunderion Mittwoch, 23. Juli 2003 um 00:00
aus Thunderions Tagebuch! Eintrag: Mi, 23.07.2003
Die Sonne taucht aus dem östlichen Meer und wirft ihre wärmenden Strahlen über die Plane of Tranquility. Ich genieße diesen Moment, so oft es mir meine Pflichten erlauben. Es ist ein wunderschöner Moment, egal ob von der mächtigen Paladin-Gilde in Firiona Vie, vom Anlegeplatz Freeports, oder hier, von PoT aus, unmittelbar vor dem Eingang zu der Plane of Nightmare, betrachtet. Meine Gedanken werden in einen unbewussten Strudel gezogen, immer tiefer gebe ich mich diesem wunderbaren Naturschauspiel hin.
'Thunderion?'
'alter Freund Thunderion!'
Eine Stimme lässt mich aus meinen Tagträumen erwachen und mich in ein Gesicht blicken, ein Gesicht, dass ich viele Jahre ..... Adroha! Mit großer Überraschung fallen wir uns um den Hals, klopfen einander auf die Schulter und stapfen schlussendlich in seine nahegelegene Stätte, die mehr einer Bibliothek als einer Unterkunft gleicht. Nach einigen Stunden schöner und spannender Geschichten schwenkt Adrohas Stimme in eine Niedergeschlagenheit um. Nachdem ich nachfrage, meint er, mich nicht belasten zu wollen.
Doch das sorgenreiche Gesicht sprudelte alsbald hervor, was in den letzten Tagen seinem Kollegen und Freund ? Thelin Poxbourne - widerfahren war. Diesem übereifrigen, von Cazik-Thule inspirierten, jungen Studenten gelang es eines Tages bei Erschöpfung all seiner geistigen Kräfte ein Portal zur Plane of Nightmare zu öffnen. Euphorisch ging er nach vollbrachter Tat zu Bette, doch heftige Alpträume und ein wertvoller, eng an ihn gepresster Dolch, fügten schwere, tiefe Wunden hinzu ? die ihn in ein tiefes Koma stürzen ließen. Einzige Chance, dass er von seinen Alptraum-Torturen befreit wird, ist, die Projektion seines Selbst auf der Plane of Nightmare sicher durch ein Labyrinth zu geleiten.
Nun sind wir angekommen - the Maze ? mit dem Ziel, Thelin von seinen Träumen zu befreien. Der Avatar Thelins setzt sich in Bewegung, zielstrebig und auch furchtlos, ja nahezu teilnahmslos ? gleichgültig. Ich versuche meine Position neben ihm zu halten, um ihn rasch vor etwaigen Feinden zu schützen. Viele Ecken, lange Passagen, verwinkelte Kombinationen passieren wir, doch es herrscht atemlose Ruhe ? es ist zu ruhig!
Ich gelange um die nächste Biegung, und da auf einmal erblicke ich A Thulian Nightstalker. Ich zögere, da ich das Gefühl hab, eine Statue vor mir zu sehen. Doch dann ? diese Augen, diese feurig brennenden, aus tiefstem Hass geschürten Augen! Ich reiße meine Lanze hoch, da wirft sich bereits das Monster nach vorne und sprintet zu der Projektion, die einen mächtigen Hieb einstecken muss. Doch nur einen Augenblick später baue ich mich neben dem Untier auf, und Momente danach, sackt es ein letztes Mal aufheulend in sich zusammen. Doch da springt bereits aus dem Nichts ein weiterer Nightstalker uns an, doch auch er muss alsbald einsehen, dass Thelin unser Freund ist!
Wir ziehen weiter, geführt von unserem Thelin, der uns geistesabwesend durch das Labyrinth zieht. Wir gelangen zu einer Sackgasse, doch noch bevor unser seelenloser Freund wenden kann, werden wir von zwei Monstern angefallen, einem größeren A Sinister Nightstalker und einem A Bloodthirsty Raven. Leblos lassen wir ihre Körper zurück und trotten weiter ? der Ungewissheit entgegen.
Bei dem nächsten Angriff waren es bereits drei Mobs, dann vier, und beim nächsten fünf. Die Aufgaben für unsere Enchanter wurden von Attacke zu Attacke schwerer, doch sie leisteten ausgezeichnete Arbeit. Selbst als sechs dieser Ausgeburten der Hölle uns anfielen, trug weder die Projektion Thelins, noch einer unserer Force ernsthaftere Verletzungen davon.
Es werden immer mehr, die Aufgabe immer schwieriger, die Anspannung immer größer. Jeden Moment könnte sich eine größere Welle an Ausgeburten eines Alptraums auf uns stürzen. Das Labyrinth zeigt einem immer das gleiche Gesicht, verändert sich nie. Jede Hecke sagt einem, dass man schon einmal hier war, nach jeder Wendung ist man sich sicher, dass man lediglich im Kreis läuft, dennoch folgt man der unbeirrbaren Projektion.
Auf einmal steht die Zeit still: Ich erblicke zwei, dann vier, nein, sieben Monster, wild durcheinander durch unsere Gruppe pflügen. Ich erkenne, wie die Tanks dem ihnen nächstgelegenen Monster die Waffen in den Körper treiben, wie die Blasthealer ihre Heilkräfte beschwören und die Mezzer die fünf verbliebenen Angreifer in einen Tiefschlaf versenken. Mein Ziel solle als erstes niedergestreckt werden und schon stürzen sich Rangers, Rogues und Beastlords auf das Ziel, während die Zauberer verheerende Zauberformeln sprechen. Höchst diszipliniert werden alle Kreaturen sequentiell abgearbeitet. Als das letzte Getier leblos auf dem Boden aufschlägt, zieht Thelin bereits weiter, und mir scheint, als hätte sich seine Schrittfrequenz ein wenig erhöht ? es geht dem Ziel entgegen.
Viele gleichaussehende Passagen später, biegen wir um eine von vielen Ecken, und dennoch ... am Ende des nächsten Ganges befindet sich ein Brunnen ? das Zentrum des Maze!
Thelin's Projektion sprintet sofort zu diesem Wasser los, unsere Gruppe versucht mit ihm Schritt zu halten ? die Gefahr ist deutlich zu spüren. Ich beobachte den Avatar genau, wie er sich über die Kante des Brunnens lehnt, die Hände auf dem kalten Granit aufgestützt und in das leicht verschmutzte Wasser blickt. Auf einmal erkenne ich, wie wieder Leben in seine Augen zurückkehrt, wie große Panik aus seinem Gesicht herauszulesen ist, als hätte er den Tod selbst gesehen. Thelin schreckt zurück, das Wasser beginnt zu brodeln und ... eine abgrundtiefhässliche Kreatur fällt über den Verdammten her. Unser Overlord wirft sich mutigst dem Scheusal entgegen und garantiert somit Thelins Existenz ? für den Moment.



Die Gottheit der Alpträume musste Thelin freigeben ? sein Avatar verschwand und kehrte zu seiner leblosen Hülle auf der Plane of Tranquility zurück. Doch noch zuvor gewehrte uns die scheidende Projektion den Zutritt zum Lair of Terris Thule!
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